Der Jahreswechsel bringt in Deutschland, Berlin, Brandenburg und der Europäischen Union zahlreiche gesetzliche Änderungen. Viele betreffen Einkommen, Steuern, Soziales, Mobilität und Verbraucherschutz. Ab dem 1. Januar 2026 treten mehrere Reformen gleichzeitig in Kraft. Andere folgen im Laufe des Jahres. Ziel ist mehr Transparenz, angepasste Sozialleistungen und neue Standards in Wirtschaft und Alltag.
Inhaltsverzeichnis:
- Kindergeld und Mindestlohn in Deutschland
- Grundsicherung unter Friedrich Merz
- Rentenanpassung und Aktivrente
- Steuern und Krankenversicherung 2026
- Einheitliche Mehrwertsteuer auf Speisen
- Verbraucherschutz und EU-Vorgaben
- Lachgas und Chemikalien
- Mobilität und Verkehr in Berlin und Brandenburg
- CO₂-Preis und Führerschein
- E-Autos und weitere Regeln
- Weitere Änderungen 2026
Kindergeld und Mindestlohn in Deutschland
Ab dem 1. Januar 2026 steigt das Kindergeld um 4 Euro auf 259 Euro pro Kind. Gleichzeitig erhöht sich der Kinderfreibetrag um 156 Euro auf 6.828 Euro. Der Betreuungsfreibetrag bleibt unverändert bei 2.928 Euro. Diese Anpassungen gehen auf Beschlüsse der früheren Ampel-Bundesregierung aus dem Jahr 2024 zurück.
Der gesetzliche Mindestlohn erhöht sich von 12,82 Euro auf 13,90 Euro brutto pro Stunde. Damit wächst auch die Grenze für Minijobs. Sie steigt von 556 auf 603 Euro monatlich. Beschäftigte dürfen somit mehr verdienen, ohne ihren Minijob-Status zu verlieren.
- Kindergeld: 259 Euro
- Mindestlohn: 13,90 Euro
- Minijob-Grenze: 603 Euro
Grundsicherung unter Friedrich Merz
Das Bürgergeld wird 2026 durch eine neue Grundsicherung ersetzt. Der Beschluss erfolgte im Dezember durch das Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz. Rund 5,5 Millionen Menschen sind betroffen.
Die Regeln werden strenger. Wer dreimal Termine im Jobcenter versäumt, muss mit der Einstellung der Zahlungen rechnen. Auch die Übernahme der Wohnkosten kann entfallen. Die Umstellung beginnt schrittweise ab Sommer 2026.
Rentenanpassung und Aktivrente
Zum 1. Juli 2026 steigen die Renten voraussichtlich um 3,7 Prozent. Der genaue Wert wird im Frühjahr festgelegt. Im Jahr 2025 betrug die Rentenerhöhung 3,74 Prozent.
Neu ist die sogenannte Aktivrente. Wer nach Erreichen des Regelrenteneintrittsalters weiterarbeitet, kann bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei verdienen. Jeder weitere Euro ist steuerpflichtig. Arbeitgeber zahlen weiterhin Sozialversicherungsbeiträge. Ausgenommen sind Selbstständige, Freiberufler, Land- und Forstwirte, Minijobber und Beamte.
Steuern und Krankenversicherung 2026
Der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf 2,9 Prozent. Die tatsächlichen Beiträge unterscheiden sich je nach Krankenkasse. Der Solidaritätszuschlag wird angepasst. Beiträge zur Rürup-Rente können vollständig steuerlich geltend gemacht werden.
Die Gasspeicherumlage wird abgeschafft. Privathaushalte zahlen dadurch weniger für Erdgas. Der Spitzensteuersatz greift künftig ab 69.879 Euro Jahreseinkommen. Parallel nimmt die Bedeutung digitaler Angebote zu, etwa bei Gesundheits-Apps statt Arztbesuch.
Einheitliche Mehrwertsteuer auf Speisen
Ab dem 1. Januar 2026 gilt in der Gastronomie ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen. Dies betrifft Restaurants, Catering, Schul- und Kita-Verpflegung sowie Lebensmittel. Getränke bleiben ausgenommen.
Die bisherige Unterscheidung zwischen Mitnahme-Speisen und Verzehr vor Ort entfällt vollständig.
Verbraucherschutz und EU-Vorgaben
Bis Juli 2026 wird die EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur in deutsches Recht überführt. Hersteller müssen mindestens sieben Jahre Ersatzteile bereitstellen. Ziel ist die Reduzierung von Elektroschrott.
Ab dem 9. Dezember 2026 gilt das Produkthaftungsgesetz auch für Software und digitale Dienste. Damit rücken Fragen rund um KI-Inhalte und Wahrheit stärker in den Fokus.
Lachgas und Chemikalien
Ab April 2026 ist die Abgabe von Lachgas an Minderjährige verboten. Dies gilt im Einzelhandel, online sowie an Automaten. Eine verpflichtende Alterskontrolle wird eingeführt.
Ab dem 12. Januar gelten EU-weit einheitliche Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser. Ein vollständiges Verbot dieser Stoffe wird für Ende 2026 erwartet. Ebenfalls verboten werden Trinkwasserleitungen aus Blei.
Mobilität und Verkehr in Berlin und Brandenburg
Das Deutschlandticket kostet ab dem 1. Januar 2026 monatlich 63 Euro. Bestimmte Fernverkehrsstrecken sind davon ausgenommen.
Ende März 2026 startet die neue S-Bahn-Linie S15. Sie verbindet die nördliche Ringbahn mit dem Berliner Hauptbahnhof. Zusätzlich kommt es zu umfangreichen Streckensperrungen.
CO₂-Preis und Führerschein
Ab 2026 steigt die CO₂-Abgabe auf Benzin und Diesel um bis zu 3 Cent pro Liter. Auch Heizöl und Gas werden teurer.
Bis zum 19. Januar 2026 müssen Führerscheine der Jahrgänge 1999 bis 2001 umgetauscht werden. Ende 2026 folgt ein digitaler Führerschein fürs Smartphone. Mehr Informationen zu neuen Vorgaben gibt es hier.
E-Autos und weitere Regeln
Reine Elektroautos bleiben bis Ende 2035 von der Kfz-Steuer befreit. Voraussetzung ist eine Erstzulassung bis Ende 2030. Die Regelung gilt auch rückwirkend.
Gebrauchtwagen dürfen online nur noch mit gültiger Hauptuntersuchung angeboten werden. Dies soll den Fahrzeughandel transparenter machen.
Weitere Änderungen 2026
Ab Juni 2026 müssen Honiggläser alle Ursprungsländer mit Prozentangaben ausweisen. Online-Verträge mit einem Klick erhalten einen verpflichtenden Widerrufsbutton.
Verbraucher können ihren Schufa-Score voraussichtlich ab März 2026 kostenlos einsehen. KI-Inhalte müssen gekennzeichnet werden. Umweltwerbung ohne messbare Kriterien wird untersagt.
Das Jahr 2026 bringt damit zahlreiche konkrete und verbindliche Neuerungen für den Alltag in Deutschland und der Europäischen Union.
Quelle: RBB24, SN2 WORLD
FAQ
Ab wann gelten die neuen Regelungen in Deutschland?
Die meisten neuen Gesetze und Regelungen treten ab dem 1. Januar 2026 in Kraft, einige folgen schrittweise im Laufe des Jahres.
Wie hoch ist das Kindergeld ab 2026?
Das Kindergeld steigt ab dem 1. Januar 2026 auf 259 Euro pro Kind.
Was ändert sich beim Mindestlohn 2026?
Der gesetzliche Mindestlohn erhöht sich auf 13,90 Euro brutto pro Stunde.
Was passiert mit dem Bürgergeld?
Das Bürgergeld wird 2026 abgeschafft und durch eine neue Grundsicherung ersetzt.
Wie entwickelt sich die Rente im Jahr 2026?
Die Renten steigen voraussichtlich zum 1. Juli 2026 um rund 3,7 Prozent.
Was bedeutet die Aktivrente?
Wer nach Erreichen des Regelrenteneintrittsalters weiterarbeitet, kann bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei verdienen.
Wie hoch ist der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung?
Der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt 2026 auf 2,9 Prozent.
Gilt 2026 ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz auf Speisen?
Ja, ab dem 1. Januar 2026 gilt ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen in der Gastronomie.
Welche neuen Verbraucherrechte gelten ab 2026?
Verbraucher profitieren unter anderem vom Recht auf Reparatur, neuen Gewährleistungslabels und einer erweiterten Produkthaftung.
Wird Lachgas an Minderjährige weiterhin verkauft?
Nein, ab April 2026 ist die Abgabe von Lachgas an Minderjährige vollständig verboten.
Was ändert sich beim Deutschlandticket?
Das Deutschlandticket kostet ab dem 1. Januar 2026 monatlich 63 Euro.
Steigen die Kraftstoffpreise 2026?
Ja, durch den höheren CO₂-Preis steigen Benzin und Diesel um bis zu 3 Cent pro Liter.
Bleiben Elektroautos steuerfrei?
Reine Elektroautos bleiben bei Erstzulassung bis Ende 2030 bis maximal Ende 2035 von der Kfz-Steuer befreit.