Der Börsenstart von SpaceX hat den Blick der Finanzmärkte auf die nächste große Runde im Technologiesektor gelenkt. Nach dem starken Debüt des Konzerns von Elon Musk stehen nun OpenAI und Anthropic im Mittelpunkt. Beide Unternehmen gelten als zentrale Akteure der Künstlichen Intelligenz. Ihr Kapitalbedarf wächst schnell. Gleichzeitig sorgt die Politik der US-Regierung unter Donald Trump für neue Unsicherheit.
SpaceX startet mit Rekordwerten
SpaceX ist nach dem erfolgreichen Börsengang mit einem Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie an der Börse gestartet. Zum Handelsschluss kostete das Papier 160,95 Dollar. Damit legte die Aktie am ersten Börsentag rund 19 Prozent zu. Der Börsengang brachte dem Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Konzern 75 Milliarden Dollar ein. Laut Forbes stieg das Vermögen von Elon Musk danach auf 1,1 Billionen Dollar. Der Tech-Unternehmer wurde damit zum ersten Billionär der Welt.
Der Markt wertete das Debüt als starkes Signal für große Technologieunternehmen. SpaceX verbindet mehrere Wachstumsfelder. Dazu gehören Raumfahrt, Satellitennetze und Künstliche Intelligenz. Die Zahlen setzten sofort neue Maßstäbe für weitere Kapitalmarktgänge. Die Angaben zum Börsendebüt von SpaceX sind auch bei AP News dokumentiert.
OpenAI und Anthropic planen Börsengänge
Nach dem SpaceX-Debüt richtet sich der Fokus auf OpenAI und Anthropic. Beide Firmen haben vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang in den USA eingereicht. Konkrete Termine stehen noch nicht fest. OpenAI könnte laut Marktexperten eine Bewertung von bis zu einer Billion Dollar anstreben. Anthropic war bei der jüngsten Finanzierungsrunde mit 965 Milliarden Dollar bewertet worden.
Die Börsenpläne fallen in eine Phase, in der Künstliche Intelligenz starkes Anlegerinteresse auslöst. OpenAI gehört zu den bekanntesten Entwicklern leistungsfähiger Sprachmodelle. Anthropic zählt ebenfalls zu den wichtigsten Unternehmen der Branche. Passend dazu bleibt auch der KI-Boom an den Börsen ein zentrales Thema für Investoren. Ein erfolgreicher Börsengang eines Unternehmens könnte den Druck auf den anderen Kandidaten erhöhen.
KI-Infrastruktur erhöht Kapitalbedarf
Der Kapitalbedarf der Branche wächst stark. Es geht nicht mehr nur um das beste Sprachmodell. Entscheidend werden zunehmend Chips, Stromversorgung und Rechenzentren. Martin Geißler, KI- und Technologieexperte der Beratungsgesellschaft Argon, sagte gegenüber der ARD-Finanzredaktion genau dazu „Die ganze KI-Branche tritt in eine neue Phase ein“. Auf den Modellwettbewerb folge nun ein Infrastrukturwettbewerb. Er ergänzte „Und dieser Infrastrukturwettbewerb kostet sehr viel Geld.“
Die großen Investitionen zeigen, dass der Wettbewerb um KI-Infrastruktur zu einem Kernpunkt der Branche geworden ist. Auch etablierte Technologiekonzerne suchen frisches Kapital. Die Google-Konzernmutter Alphabet hat Anfang des Monats eine Kapitalerhöhung über 80 Milliarden Dollar angekündigt. Diese dürfte eine der größten aller Zeiten werden. Am Markt gibt es zudem Gerüchte über eine Kapitalerhöhung bei Meta. Auch sie soll im zweistelligen Milliardenbereich liegen.
- SpaceX nahm beim Börsengang 75 Milliarden Dollar ein.
- Alphabet kündigte eine Kapitalerhöhung über 80 Milliarden Dollar an.
- Anthropic wurde zuletzt mit 965 Milliarden Dollar bewertet.
- OpenAI könnte eine Bewertung von bis zu einer Billion Dollar anstreben.
Für Unternehmen haben Börsengänge und neue Aktien einen klaren Vorteil. Martin Lück von der Beratungsfirma Macro Monkey erklärte der ARD-Finanzredaktion „Dann sinkt die Kreditaufnahme, also der Betrag, den sie sich leihen müssen, deutlich.“ Dadurch könne sich das Kreditrating verbessern. Auch die Zinsbelastung könne fallen. Unternehmen könnten bei großen Investitionsprojekten Finanzierungskosten sparen. Das betrifft auch Firmen, die mit KI-Tools, Rechenleistung und digitaler Infrastruktur arbeiten.
Trump Regierung belastet Anthropic
Anthropic gerät kurz vor einem möglichen Börsengang unter politischen Druck. Die US-Regierung wies das Unternehmen am Wochenende an, den Zugang zu seinen Spitzenmodellen Fable 5 und Mythos 5 für Ausländer zu sperren. Als Folge dieser Anweisung musste Anthropic nach eigener Darstellung kurzfristig den Zugang für alle kappen. Der Eingriff erhöht das regulatorische Risiko für Anthropic und kann das internationale Geschäft belasten.
Der Vorgang passt zur schwer berechenbaren KI-Politik von US-Präsident Donald Trump. Zunächst lockerte seine Regierung viele Vorgaben. Zuletzt setzte sie wieder stärker auf staatliche Kontrolle. Für Investoren steigt dadurch die Unsicherheit. Staatliche Eingriffe können die Bewertung eines Unternehmens belasten. Sie können auch den Börsengang verzögern. OpenAI dürfte den Fall genau beobachten, weil neue Beschränkungen für leistungsfähige KI-Modelle auch die eigenen Pläne treffen könnten.
Für Anthropic kommt diese Lage zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Märkte stehen hoch. Die Nachfrage nach KI-Titeln ist groß. Marktexperte Martin Lück sagte dazu „Das ist eine Phase, die sich nicht beliebig wiederholen lässt“. Er ergänzte „Also eine Phase, die man auch ausnutzen muss.“
Anlegerkapital wird zum Engpass
Der Zeitdruck auf OpenAI und Anthropic wächst. Technologieexperte Martin Geißler sagte „Mit SpaceX wird sich wahrscheinlich ein einmaliges Fenster für Kapitalmarktgänge von Tech-Unternehmen öffnen“. Er fügte hinzu „Wer da als Erster durch die Tür geht, der wird natürlich am meisten davon profitieren.“ Ein erfolgreicher Börsengang von Anthropic könnte OpenAI unter Zugzwang setzen. Umgekehrt gilt das ebenfalls.
Anlegerkapital ist nicht unbegrenzt verfügbar. Wenn neben jungen KI-Unternehmen auch Meta, Alphabet und andere große Börsenkonzerne neues Kapital einsammeln wollen, verschärft sich der Wettbewerb um Investoren. Wer zuerst kommt, kann hohe Bewertungen und die aktuelle Kauflaune nutzen. Wer zu lange wartet, riskiert mehrere Nachteile. Ein Konkurrent kann einen großen Teil des verfügbaren Kapitals binden. Die KI-Begeisterung der Anleger kann nachlassen. Zusätzlich kann die KI-Politik der Trump-Regierung neue regulatorische Hürden schaffen.
Das Rennen um den nächsten Börsengang mit Billionenbewertung ist damit eröffnet. SpaceX hat mit seinem Debüt den Maßstab gesetzt. OpenAI und Anthropic müssen nun abwägen, wie schnell sie den Kapitalmarkt nutzen können. Entscheidend bleiben 3 Faktoren. Erstens der hohe Finanzierungsbedarf für Chips, Strom und Rechenzentren. Zweitens das Börsenumfeld. Drittens die politische Berechenbarkeit in den USA.
FAQ
Was passierte beim Börsenstart von SpaceX?
SpaceX gab die Aktie zu 135 Dollar aus. Zum Handelsschluss kostete sie 160,95 Dollar. Der erste Handelstag brachte damit ein Plus von rund 19 Prozent.
Wie viel Kapital nahm SpaceX beim Börsengang ein?
Der Börsengang spülte dem Konzern 75 Milliarden Dollar in die Kasse. Laut Forbes stieg das Vermögen von Elon Musk danach auf 1,1 Billionen Dollar.
Warum stehen OpenAI und Anthropic im Fokus?
OpenAI und Anthropic haben vertrauliche Unterlagen für Börsengänge in den USA eingereicht. Konkrete Termine wurden noch nicht genannt.
Wie hoch könnte OpenAI bewertet werden?
OpenAI könnte laut Marktexperten eine Bewertung von bis zu einer Billion Dollar anstreben.
Wie hoch wurde Anthropic zuletzt bewertet?
Anthropic wurde bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit 965 Milliarden Dollar bewertet.
Warum braucht die KI-Branche so viel Kapital?
Der Kapitalbedarf wächst wegen Chips, Stromversorgung und Rechenzentren. Der Wettbewerb verlagert sich vom reinen Modellvergleich hin zur Infrastruktur.
Welche Rolle spielt die Trump Regierung?
Die US-Regierung wies Anthropic an, den Zugang zu den Spitzenmodellen Fable 5 und Mythos 5 für Ausländer zu sperren. Dadurch steigt das regulatorische Risiko.
Warum ist der Zeitpunkt für OpenAI und Anthropic wichtig?
Die Aktienmärkte stehen hoch und die Nachfrage nach KI-Titeln ist groß. Gleichzeitig ist Anlegerkapital begrenzt, besonders wenn auch Meta, Alphabet und andere Konzerne frisches Kapital suchen.
Quelle: Tagesschau