KI treibt Kurse, Risiken wachsen
KI treibt Kurse, Risiken wachsen, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Der rasante Aufstieg der Künstlichen Intelligenz prägt seit 3 Jahren die internationalen Finanzmärkte. Milliardenbeträge fließen in neue Technologien. Aktienkurse steigen rasant. Gleichzeitig nimmt die Unsicherheit zu. Anleger hinterfragen Bewertungen und die langfristige Tragfähigkeit dieses Wachstums, ähnlich wie bei früheren Technologiephasen im digitalen Umfeld, mehr hier.

Inhaltsverzeichnis:

ChatGPT und globale investitionen

Seit dem Start von ChatGPT im Jahr 2022 gilt Künstliche Intelligenz als zentrales Zukunftsthema. Vor allem Unternehmen aus den USA und China investieren hunderte Milliarden Dollar. Ziel ist es, frühzeitig Marktanteile zu sichern. Diese massiven Kapitalströme haben die Kurse vieler KI-bezogener Aktien deutlich nach oben getrieben.

Marktbeobachter äußern jedoch deutliche Warnungen. Warren Buffett stuft KI-Aktien als überbewertet ein und sieht Anzeichen einer Börsenblase. Der Digital-Experte Roland Fiege sagt wortgleich: "Künstliche Intelligenz hat zu schnell zu große Hoffnungen geweckt, was extrem hohe Kurssprünge nach sich gezogen hat. Wo die Hoffnung groß ist, da fließt auch viel Kapital rein."

Nvidia und hochleistungs chips

Besonders sichtbar ist die Entwicklung bei Nvidia. Der US-Konzern liefert Hochleistungs-Chips für große KI-Modelle und Rechenzentren. Der Aktienkurs lag 2022 bei rund 17 Dollar. Im Oktober 2025 erreichte er über 212 Dollar. Nvidia war damit zeitweise mehr als 5 Billionen Dollar wert und das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt.

Auch andere US-Technologiekonzerne erhöhen ihre Investitionen deutlich. Dazu zählen Microsoft, Meta, Alphabet, Amazon und Apple. Hunderte Milliarden Dollar fließen in Sprachmodelle, Cloud-Lösungen und Rechenzentren. Der technologische Wettbewerb verschärft sich weiter, hier weiterlesen.

Erträge und marktrisiken

Trotz der hohen Investitionen bleiben die direkten Erträge bislang begrenzt. Viele KI-Anwendungen befinden sich noch in der Entwicklungsphase. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka-Bank, erklärt: "Das ist das Kennzeichen derartiger Innovationen, die grundlegend sind. Sie versprechen auf den ersten Blick und nach den ersten Erfahrungen große Marktpotenziale, aber ob sie sie erfüllen, lässt sich von niemandem zuverlässig vorhersagen."

Hinzu kommt die zunehmende Verflechtung der beteiligten Unternehmen. Beteiligungen und gegenseitige Finanzierungen verbinden viele Akteure. Mike Glöckner von der DJE Kapital AG warnt: "Aufgrund von sehr hohen Bewertungen, der Verschuldung und der gegenseitigen Finanzierungen kann durchaus auch ein Crash passieren." Ein Crash bedeutet laut ihm Kursverluste ab 30 Prozent, teils bis 80 Prozent. Wahrscheinlicher seien jedoch Korrekturen von 10 bis 20 Prozent, weitere Informationen.

Marktbereinigung und langfristige sicht

Kurzfristige Kurseinbrüche schließen Experten nicht aus. Christian Rieck von der Frankfurt University of Applied Sciences sagt: "Das kann schon sein, dass es im Zusammenhang mit KI zu kurzfristigen Kurseinbrüchen kommt. Aber wenn man das über lange Sicht fortschreibt, wird KI ein Riesending sein. Da ist es mehr oder weniger egal, was in den kommenden fünf Jahren passiert."

Auch Roland Fiege betont wortgleich: "Dass direkte Erträge mit KI noch nicht ganz so schnell zu verzeichnen sind ändert nichts daran, dass das die Zukunftstechnologie ist, die uns alle beeinflussen wird." Experten erwarten Rücksetzer und eine Marktbereinigung, bei der nicht alle heutigen Investoren bestehen bleiben. Wer langfristig übrig bleibt, könnte vom späteren großen Geschäft profitieren. Für Mike Glöckner ist Künstliche Intelligenz die nächste industrielle Revolution. Er ordnet sie ein. Dampfmaschine. Eisenbahn. Elektrizität. Computer. Internet. Jetzt KI.

Quelle: Tagesschau

FAQ

Warum gelten KI-Aktien als überbewertet?

Mehrere Marktbeobachter sehen Anzeichen einer Überbewertung, weil die hohen Erwartungen an Künstliche Intelligenz schneller gewachsen sind als die tatsächlich erzielten Erträge. Große Investitionen treffen auf noch begrenzte Einnahmen.

Welche Rolle spielt Nvidia im KI-Boom?

Nvidia liefert Hochleistungs-Chips für KI-Modelle und Rechenzentren. Der starke Nachfrageanstieg nach dieser Hardware hat den Aktienkurs des Unternehmens innerhalb von drei Jahren massiv steigen lassen.

Verdienen Unternehmen bereits viel Geld mit KI?

Derzeit erzielen viele Unternehmen noch keine hohen direkten Erträge mit KI-Anwendungen. Zahlreiche Projekte befinden sich in der Entwicklungsphase, während die Investitionskosten bereits sehr hoch sind.

Ist ein Börsencrash im Zusammenhang mit KI möglich?

Experten schließen einen Crash nicht aus, halten jedoch moderate Kurskorrekturen von zehn bis 20 Prozent für wahrscheinlicher. Ein größerer Einbruch würde Kursverluste von mindestens 30 Prozent bedeuten.